Guano Apes mit neuem Video

September 28th, 2011 | By

Sicher werdet Ihr Euch noch gut an die deutsche Crossover Formation erinnern können, die in den 90er Jahren für ordentlich Stimmung sorgte. Wenig hat man von ihnen in den letzten Jahren gehört. 2006 wurde dann sogar das offizielle Ende der Guano Apes verkündet. Nun sind sie wieder da, ein neues Album ist draußen, drei neue Singles veröffentlicht und jetzt ganz frisch das neue Video “This Time”. Nunja, schauen wir doch mal rein…

Um es mal gleich auf den Punkt zu bringen: Wer auf den alten Sound der Apes abgefahren ist, wird mit dem neuen Zeug sicherlich nur schwer klarkommen. Wo früher fiese Bässe und röhrende Gitarrenriffs dominierten, erklingen heute nette Elektrosynths, unterlegt mit artigem Elektropop, der sich wie ein roter Faden durch das komplette Album “Bel Air” zieht. “Musikalisch gereift” nennt das die PR Maschinerie und wer auf genau diesen Sound steht, dürfte Gefallen an der Platte finden. Die ist nämlich eigentlich ganz gut produziert. Die einzelnen Tracks gestalten sich gut abwechslungsreich und an einiger Stelle blitzt schon noch etwas vom alten Sound auf, wird aber in den weiteren Teilen komplett von neuem Discobeat im Zaum gehalten. Trancig wird es an einigen Ecken und man wird den Eindruck nicht los, dass hier komplett auf einen Mainstream Zug aufgesprungen wurde, der längst abgefahren ist.

This Time von Guano Apes© Guano Apes-Videos bei Clipfish

 

Dabei war das Markenzeichen der Guano Apes früher mal fieser Crossover-Rock mit einer genialen Aggressivität, der Sängerin Sandra Nasic mit brutaler Röhrenstimme die Krone aufsetzte. Genau dieser Sound hat die Band in den 90ern in die Charts geschossen und ihnen große Erfolge beschert. Zwar singt Miss Nasic in “Bel Air” perfekter wie nie zuvor, die Stimme ist auf jeden Fall gereift, doch fehlt ihr nun genau dieser aggressive Touch, für den man sie früher noch geliebt hatte.

Die einst so coole Frontfrau der Apes mit Rotzgören-Attitude ist zur Schickimickimaus im Glitzerfummel gereift, die Bandmitglieder zum zierenden Beiwerk. Ich für meinen Teil krame lieber noch einmal die “Proud Like A God” heraus und behalte die Apes als das in Erinnerung, was sie mal waren. Denn selbst der Disco Sound der “neuen” Apes mag zwar recht nett und unterhaltsam sein, aus dieser Ecke gibt es aber längst weitaus Besseres.

Schade drum!

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